Es ist der Moment, vor dem sich jeder Gewohnheitstier-Fernsehzuschauer fürchtet: Man macht es sich mit einer Tasse Kaffee auf dem Sofa gemütlich, greift zur Fernbedienung, drückt voller Vorfreude die „1“ für das Erste Deutsche Fernsehen – und plötzlich ist alles anders. Die vertrauten Gesichter fehlen, die geliebte Melodie des Vorspanns bleibt aus, und statt spannender Quiz-Duelle oder den neuesten Boulevard-Storys flimmert etwas völlig anderes über den Bildschirm. Genau dieses Szenario blüht Millionen von Zuschauern am Freitag, den 21. November 2025. Die ARD greift hart durch und wirft gleich mehrere ihrer absoluten Publikumsgaranten aus dem Nachmittagsprogramm. Sowohl das Infotainment-Magazin „Brisant“ als auch der Quoten-Hit „Gefragt – Gejagt“ mit Alexander Bommes müssen ihren Hut nehmen. Doch was steckt hinter dieser drastischen Maßnahme, die so manchen Fan vor den Kopf stoßen dürfte?

Der schwarze Freitag für Quiz- und Boulevard-Fans
Für die treue Anhängerschaft des gepflegten Nachmittagsprogramms ist dieser Freitag ein echter Dämpfer. Normalerweise ist der Ablauf im Ersten so präzise getaktet wie ein Schweizer Uhrwerk. Um 16:00 Uhr liefert „Brisant“ den perfekten Mix aus Promi-News, Service-Themen und bewegenden Schicksalen. Es ist die tägliche Dosis Klatsch und Tratsch, auf die viele nicht verzichten wollen. Doch wer an diesem Freitag pünktlich einschaltet, wird enttäuscht: Das Magazin entfällt ersatzlos.
Noch härter trifft es die Fans von Hochspannung und Wissen. Alexander Bommes, der Meister der schnellen Fragen, hat Zwangspause. Seine Erfolgsshow „Gefragt – Gejagt“, die normalerweise von 17:10 Uhr bis 18:00 Uhr ein Millionenpublikum an die Bildschirme fesselt und die Jagd auf die „Jäger“ eröffnet, findet nicht statt. Die Quiz-Elite kann ihre Pfeile im Köcher lassen, denn das Studio bleibt dunkel. Auch die kurze, aber wichtige Ausgabe der „Tagesschau“ um 17:00 Uhr fällt dem Rotstift zum Opfer. Ein Kahlschlag, der sich gewaschen hat und die Frage aufwirft: Welches Ereignis ist so mächtig, dass dafür die Kronjuwelen des ARD-Vorabends weichen müssen?
König Wintersport übernimmt das Zepter
Der Grund für die massive Programmänderung ist weiß, kalt und rasant: Der Wintersport ist zurück! Die Saison 2025/2026 steht in den Startlöchern und die ARD feiert den Auftakt mit einem gigantischen Wintersport-Wochenende. Was für Sportfans ein Festmahl ist, bedeutet für den Rest der Zuschauer: Fastenzeit.
Die öffentlich-rechtlichen Sender haben eine lange Tradition in der Übertragung von Wintersport-Events, und wenn die Athleten ihre Skier anschnallen, muss das reguläre Programm oft weichen. An diesem Freitag übernimmt die „Sportschau“ ab 16:00 Uhr das Kommando und verwandelt das Erste in eine Arena aus Schnee und Eis.
Den Anfang macht das norwegische Lillehammer. Statt rotem Teppich bei „Brisant“ gibt es die Schanze beim Skispringen. Übertragen wird der erste Durchgang im Mixed-Wettbewerb. Hier treten Männer und Frauen gemeinsam an, was für zusätzliche Spannung und Dynamik sorgt. Doch das ist erst der Anfang eines sportlichen Marathons, der den gesamten Nachmittag dominieren wird.

Der detaillierte Fahrplan des sportlichen Ausnahmezustands
Wer wissen will, was genau ihn anstelle von Alexander Bommes erwartet, muss einen Blick auf den neuen Sendeplan werfen. Nach dem Auftakt beim Skispringen geht es Schlag auf Schlag weiter:
16:55 Uhr: Eine kurze Atempause vom Springen, aber nicht vom Sport. Gezeigt wird eine Zusammenfassung des ersten Laufs der Männer im Skeleton. Eine Sportart, bei der sich Wagemutige kopfüber einen Eiskanal hinunterstürzen – vielleicht sogar spannender als so manche Promi-News, aber definitiv nichts für schwache Nerven.
17:10 Uhr: Zu der Zeit, wenn Alexander Bommes normalerweise seine Kandidaten begrüßt, kehrt die ARD live zurück nach Lillehammer. Der zweite und entscheidende Durchgang im Mixed-Skispringen steht an. Hier fallen die Entscheidungen, hier kochen die Emotionen hoch – nur eben auf der Schanze und nicht am Quiz-Pult.
17:45 Uhr: Zum Abschluss des sportlichen Blocks gibt es noch einmal Skeleton satt. Der zweite Lauf der Männer wird zusammengefasst, bevor die Wintersport-Übertragung langsam ihrem Ende entgegengeht.
Erst um 18:00 Uhr können Traditionalisten aufatmen. Dann kehrt mit Kai Pflaume und „Wer weiß denn sowas?“ ein Stück Normalität zurück in die deutschen Wohnzimmer. Die beliebte Rateshow darf ihren Sendeplatz behalten und bildet den Übergang zurück zum regulären Abendprogramm.
Ein Vorgeschmack auf ein leeres Wochenende
Doch wer glaubt, dass mit dem Freitagabend das Schlimmste überstanden sei, der irrt gewaltig. Dieser Freitag ist nur der Vorbote, das leise Grollen vor dem großen Sturm. Am darauffolgenden Wochenende, dem 22. und 23. November, macht die ARD nämlich fast komplett „tabula rasa“.
Das „große Wintersportwochenende“ bedeutet, dass nahezu alle regulären Sendungen am Samstag und Sonntag aus dem Programm fliegen, um Platz für stundenlange Live-Übertragungen zu machen. Biathlon, Alpin, Langlauf, Rodeln – die ganze Palette des Wintersports wird abgebildet. Für Sportmuffel bedeutet das: Flucht zu den Streaming-Diensten oder ein gutes Buch zur Hand nehmen. Die Dominanz des Sports im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist in den Wintermonaten ein bekanntes Phänomen, doch die Massivität, mit der an diesem Wochenende das Programm umgekrempelt wird, ist dennoch bemerkenswert.
Die Zwickmühle der Programmmacher
Diese Situation verdeutlicht das ewige Dilemma der Programmplaner bei ARD und ZDF. Sie haben den Auftrag, breite Bevölkerungsschichten zu bedienen. Wintersport ist in Deutschland extrem populär und garantiert regelmäßig Traumquoten, die oft sogar die der etablierten Unterhaltungsshows übertreffen. Millionen fiebern mit, wenn die deutschen Adler fliegen oder die Biathleten am Schießstand die Nerven behalten müssen.
Auf der anderen Seite stehen die Gewohnheitszuschauer, für die der tägliche Rhythmus von „Brisant“ und „Gefragt – Gejagt“ ein fester Anker im Tagesablauf ist. Jede Unterbrechung dieses Rhythmus sorgt für Unmut und Proteste in den sozialen Netzwerken. Alexander Bommes und sein Jäger-Team haben sich über Jahre eine treue Fanbase aufgebaut, die jede ausgefallene Folge als persönlichen Verlust empfindet. Dass sie nun für Skispringer weichen müssen, wird nicht bei jedem auf Verständnis stoßen.

Tagesschau im dauerhaften Ausnahmezustand
Ein interessantes Detail am Rande betrifft die „Tagesschau“. Während Quiz-Shows und Magazine „nur“ für den Sport weichen, scheint die wichtigste Nachrichtensendung Deutschlands derzeit generell einen schweren Stand zu haben. Wie berichtet wurde, ist der Ausfall der 17-Uhr-Ausgabe am Freitag kein Einzelfall. Bis zum 11. Dezember wird die Tagesschau immer wieder aus dem Programm fliegen oder verschoben werden. Dies zeigt, wie sehr die Sonderprogrammierungen – sei es durch Sport oder andere Ereignisse – derzeit die Struktur des Ersten durcheinanderwirbeln.
Fazit: Einschalten oder Abschalten?
Für den 21. November gilt also: Flexibilität ist gefragt. Wer sich auf einen gemütlichen Quiz-Abend mit Alexander Bommes gefreut hat, muss stark sein und sich in Geduld üben. Die gute Nachricht ist, dass es sich „nur“ um eine temporäre Unterbrechung handelt. Die Jäger werden zurückkehren, und auch „Brisant“ wird wieder über die neuesten Skandale berichten.
Bis dahin bietet der Freitag eine Chance, sich auf etwas Neues einzulassen. Die Dramatik eines Skisprung-Wettbewerbs, der Kampf gegen die Uhr im Eiskanal – all das bietet Spannung und Emotionen, nur eben auf einer anderen Bühne. Und für alle, die mit Sport so gar nichts anfangen können, bleibt immer noch der Trost: Um 18:00 Uhr wartet Kai Pflaume, und die Welt ist zumindest ein kleines bisschen wieder in Ordnung.
Bleibt zu hoffen, dass die deutschen Wintersportler die ihnen geschenkte Sendezeit nutzen und mit Medaillen und Erfolgen glänzen – damit sich das Opfer der Quiz-Fans am Ende wenigstens gelohnt hat.